Donnerstag, 19. August 2010

Buenos Aires - Der Tango verfolgt mich

Wieder ein herzliches "Hallo" zu meinem naechsten Blogeintrag hier aus Argentinien.
Freuher konnte ich mich leider nicht melden, denn das letzte Wochenende habe ich in der Hauptstadt dieses Landes verbracht und dort, wie so oft, viel Neues gesehen und erlebt.
Letztes Wochenende Rosario, dieses Wochenende Buenos Aires, naechstes Wochenende mein Geburtstag.
Zur Ruhe komme ich hier nicht, aber traurig darum bin ich keinster Weise, denn es waere nicht das, was ich moechte, wenn ich mich zehn Monate (oder auch nur die noch verbliebenen neun) in meinen Kleiderschrank einsperre und auf den Rueckflug warte.
Nun ist schon ein Monat vergangen und doch kommt es mir nicht so vor. Zwar vermisse ich besonders wenn ich ab und zu doch einmal einen ruhigen Moment habe meine daheimgebliebene Familie und meine Freunde, doch mittlerweile habe ich mich hier auch damit schon zurechtgefunden und lerne hier jeden Tag neue Menschen kennen (von denen ich, wie es mir eigen ist, mir keinen einzigen Namen merken kann).
In meine Familie habe ich mich auch eingefunden und mein Spanisch wird immer besser.
Trotz unglaublich vieler Grammatikfehler versteht man mich hier schon recht gut, aber leider fehlen mir noch viele Vokabeln, die eigentlich zum Grundwortschatz gehoeren wollten.
Das letzte Wochenende, das ich, wie bereits erwaehnt in Buenos Aires verbracht habe, war ein sehr erlebnissreiches, wenn auch nicht immer schoenes Wochenende:
Den letzten Freitag hatte ich schulfrei (Yeah!) und habe versucht lange zu schlafen, doch wie immer kam mir das Gejaule dieses Dackels dazwischen, der mir schon seit drei Wochen auf die Nerven faellt und bei mir zu Hause schon laengst als Jagdtrophae an der Wand hinge. leider hindert mich hier die Familie an diesem Vorhaben. Nach dem Aufstehen habe ich dann irgendwann meinen Rucksack mit den noetigsten Sachen fuer drei Tage gepackt, mich einen Tag lang von einer weiteren, anstrengenden Schulwoche ausgeruht um dann um zehn Uhr des Abends  am Terminal (das ist eine Art Sammelstelle fuer Reisebusse in alle Richtungen) zu erscheinen und meine Abfahrt Richtung Buenos Aires zu geniessen.
Die meiste Zeit der Reise habe ich verschlafen, denn um ca. ein Uhr Nachts wurden meine Augenlieder schwer, woraufhin ich diese dann schloss und bis sieben Uhr morgens durchschlummerte.
Uebrigens sind die Busse wirklich sehr bequem. Die Sitze sind vergleichbar mit denen der Business-Class im Flugzeug, weshalb die Fahrt halbwegs bequem von statten ging. Dennoch fuehlte sich mein Nacken des Morgens an wie ein Brecheisen, als ich versuchte diesen aufzurichten...
Jedenfalls stieg ich mit den anderen Deutschen aus dem Reisebus aus und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Hotel.
Buenos Aires ist eine Grosstadt und in Grosstaedten muss man immer auf seine Sachen acht geben.
Ich dachte, dass ich das getan haette, den ich habe wirklich versucht meine Augen ueberall zu haben, besonders an den Risikostellen.
Dennoch musste ich am Hotel angekommen mit entsetzen feststellen, dass mein iPod fehlte. Leider ist er auch nicht spaeter wieder aufgetaucht. Ich nehme an, dass er mir auf dem Weg zum Hotel geklaut wurde, doch ich blieb nicht das einzige Opfer, denn auf demselben Weg wurden einem anderen Maedchen umgerechnet 150 Euro aus ihrem Trolley entwendet.
Sry, das Bild ist falsch gedreht,
aber ich habe keine Lust es
nocheinmal hochzuladen...
Ich bin froh, dass  mir bei der Sache nichts passiert ist und ich die Musik auch noch auf dem mitgenommenen Laptop gespeichert habe, weshalb ich das wertvollste am iPod, naemlich die Musik auch weiterhin geniessen kann. Bald dann gluecklicherweise mit dem alten iPod meines Bruders, der mir diesen dann zuschickt (Danke, Bruderherz! Ich hab dich lieb und vermisse dich).

Nach diesem Gescheniss war ich verstaendlicherweise ersteinmal nicht mehr besonders guter Laune, aber dennnoch habe ich auch die folgenden Tage die reise genossen. Viele Sehenswuerdigkeiten wurden besichtigt, ich habe Andenken fuer meine Gastfamilie, ein Kleid, ein T-Shirt und ein Hardrockcafé T-Shirt gekauft, denn dieses beruehmte Café gibt es auch in Buenos Aires und viele Jugendliche meiner Gruppe haben sich, so wie ich, zur Erinnerung mit dem Logo-Shirt eingedeckt.
In Buenos Aires gibt es viel Handwerkskunst zu begutachten. Am letzten Tag waren wir in "La Boca", das ist ein Einwandererstadtviertel, welches, um den grauen, tristen Alltag zu erhellen, in allen bunten farben angestrichen wurde.
Aus dem ganzen ist ein richtiges Kunstwerk enstanden, in das ich mich regelrecht verliebt habe.
Weil dieses Farbenfrohe die besucher anzog, kamen Handwerks- und Kunststaende sowie Restaurants hinzu.
Jetzt ist das ganze ein Touristenbereich.
Aber ein schoener.
Auf diesem Markt habe ich mir eine Holzquerfloete gekauft. Ich mag ihren Klang, allerdings muss ich mir noch aussuchen, was ich eigentlich damit spielen will, denn Halbtonschritte gibt es leider nicht...
Aber ich greife vor, denn zwischen dem ersten und dem letzten Tag gab es schliesslich auch noch einen, den ich noch mit keinem Wort erwaehnt habe, der allerdings auch Erwaehnung verdient.
Diesen Tag haben wir im Vergnuegungspark verbracht und auch dort einigen Spass gehabt.
Achterbahn bin ich leider nicht gefahren, aber meine Lust mich zwei Stunden lang fuer eine Attraktion anzustellen hielt sich eher in Grenzen. Dennoch gab es auch andere interessante Dinge zu sehen.
Mit allen zusammen haben wir auch eine Bootstour unternommen, die uns eine ganz nette Umgebung um den Park herum offenbarte.
Abends war ich muede und habe, fuer mich sehr ungewoehnlich, eine Nacht lang trotz Strassenlaerm durchgeschlafen.
Weshalb mich der Tango verfolgt, laesst sich auch ganz einfach erklaeren, denn gerade in Buenos Aires findet man an jeder Strassenecke ein tangotanzendes Paerchen und einen Abend haben wir uns eine Tangoshow angesehen. Tanzkurs inbegriffen...
Gerade mich verfolgt also dieser Tanz.
Und meine Freunde kennen mein Tanztalent. Aber lustig war es trotzdemm, denn schliesslich war ich in diesem Raum nicht die einzige, die untalentiert im Tanzen ist.
Dienstag morgen sind wir dann (fast ganz) wohlbehalten, oder zumindest so wohlbehalten wie auch vorher, denn viele von uns sind zur Zeit erkaeltet, in Córdoba angekommen.
Diesen Tag habe ich dann fast durchgeschlafen, da sich in mir bereits eine Vorahnung von Kopfschmerz breitgemacht hatte und mit dieser Vorahnung sollte ich recht behalten, denn leider lag ich von vorgestern Abend bis gestern Mittag mit Kopfschmerzen im Bett und konnte mich kaum noch ruehren, nur leider hat meine kleine Gastschwester das Wort "Ruecksicht" auch auf Spanisch noch nicht im Woerternuch nachgeschlagen, denn an mir rumreutteln, mir etwas von den Jonasbrothers zu erzaehlen und ohne Unterbrechung vor dem Computer singen, der ungluecklicherweise direkt vor unserem Zimmer steht zeugen ehrlich gesagt nicht gerade von stark ausgepraegtem Fingerspitzengefuehl, aber (Spongebob sei Dank) habe ich diese Zeit jetzt auch ueberstanden udn konnte nach sechs tagen Abstinenz wieder wohlbehalten in meine Schule zuueckkehren.
Ein Punkt muss als letzter noch erwaehnt sein:
Sich als (natur)blondes Maedchen in Argentinien aufzuhalten ist gewoehnungsbeduerftig, denn staendig kriegt man von fremden Maennern Einladungen zum trinken oder handynummern zugerufen, wenn man ueber eine groessere Strasse lauft.
In Buenos Aires wurde ich von drei verschiedenen Maennern "Barbie" genannt, desweiteren hat ein Souvenirverkaeufer in einem Geschaeft versucht mir seine Handynummer anzudrehen, als ich etwas kaufen wollte, zwei weiterer Verkaufer haben mir voller Begeisterung staendig zugezwinkert als ich in einem anderen laden stand und mittlerweile wurden mir schon zweimal aus Autos Dinge zugerufen, die ich aber (gluecklicherweise) nicht verstanden habe.
Ansonsten geht es mir aber gut hier und ich hoffe, dass es bei meinen Daheimgebliebenen auch der Fall ist, wenn nicht: "Kopf hoch, wird schon wieder!"
In Erwartung auf genausoviele Kommentare wie beim letzten Mal,
Anja

PS: Es wird waermer! Man kann sich mittlereweile auch nur mit T-Shirt und Sweatshirtjacke aus dem Haus trauen, ohne gleich als Einsstatue zum naechsten Eishauerwettbewerb gebracht zu werden...

9 Kommentare:

  1. yeah. ich bin die erste die nen kommentar macht. :) also mir hat es in buenos aires und besonders "la boca" auch sehr gut gefallen. :) und mit dir natuerlich. das werden noch tolle 9 monate. beso :* juli

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  2. Hallo Maus, schön dein Bericht und es werden sicher noch viele folgen. WIr hätten nicht über Migräne sprechen sollen, aber du hast es ja überstanden, ...
    hdgdl Mama

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  3. Hallo Maus

    Wie ich lese hast du ja viel Spaß in Buenos Aires gehabt,so sollte es auch die übrige Zeit bleiben.
    Erlebe noch viele Abenteuer,nur nicht solche wie mit deinem I-Pod.
    Viel Spaß noch Papa

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  4. Anja-Barbie,Anja-Barbie...Das passt wie..der Mond und eine Blume...^^

    Is aber lustig xD Jett hab ich einen neuen Spitznamen für dich :P

    Hdl und viel Spaß noch

    Kathi

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  5. Hallo Anja, der Geburtstagspflaumenkuchen war lecker und heute habe ich hier auch deinen Blog gelesen (Mama hat gesagt, das heisst so). Es war schön, dass ich dir persönlich gratulieren konnte, wenn auch nur über den Computer.
    Deine Oma

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  6. Hey Barbie ruf mich an XD

    Die Bunten Häuser sind voll cool würd ich sofort einziehen.

    Bylle

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  7. Hi Anja!Von mir hast du jetzt wirklich lange keinen Kommentar mehr gehört,aber das liegt nur daran,dass ich nach langem Urlaub erst heute wieder meine Mails abgerufen habe! Deine ganzen Berichte so hintereinander zu lesen erscheint einem schon fast so wie ein Buch (eines ,was mir übrigens seh gut gefällt :) ) Außerdem noch von mir: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!:)
    Lg Marie

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  8. Hi Anja!Von mir hast du jetzt wirklich lange keinen Kommentar mehr gehört,aber das liegt nur daran,dass ich nach langem Urlaub erst heute wieder meine Mails abgerufen habe! Deine ganzen Berichte so hintereinander zu lesen erscheint einem schon fast so wie ein Buch (eines ,was mir übrigens seh gut gefällt :) ) Außerdem noch von mir: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!:)
    Lg Marie

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  9. Danke Marie, ich freu mich von dir zu hoeren.
    Demnaechst werde ich mich einmal daran begeben, alle Briefe, die ich bis jetzt an meine Freunde geschrieben habe auch abzuschicken.
    Dann werden einige von euch wohl einen Sammelbrief mit zwei oder drei jeweils zwei bis dreiseitigen Briefen erhalten.
    Hoffentlich muss ich dann nicht draufzahlen...
    Hab euch lieb und vermisse euch (aber nicht alle),
    Anja

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