Mein 16. Geburtstag liegt jetzt schon wiedr einige Tage hinter mir, aber leider habe ich es bis jetzt nicht geschafft, mich frueher zu melden, denn auf Grund des bereits erwaehnten Hundes bin ich eigentlich immer muede und auch jetzt fallen mir vor Schlaf bald die Augen noch waehrend des Schreibens zu also verzeiht mir bitte eventuelle Fehler.
Wie schon einmla erwaehnt dienen diese ja auch nur stilistischen Zwecken (und duerfen weder kopiert noch in irgendeiner Weise vervielfaeltigtb werden).
Jedenfalls habe ich nach meinem letzten Blogeintrag wieder eine anstrengende, wenn auch interessante Schulwoche verbracht, denn momentan muss ich viel lernen, da Pruefungszeit ist und ich mich bemuehe, wenn auch nicht alle, dann doch einige Arbeiten mitzuschreiben.
Nicht in allen Faechern ist diese Aufgabe leicht zu bewaeltigen, denn z.B. im Fach "Lengua" musste ich mich daran setzten, eine vier Seiten in kleinster Schrift gedruckte "Kurzgeschichte" des Autors Juan Rulfo zu lesen und ich muss zugeben, dass ich herzlich wenig verstanden habe. Die Menge des Verstandenen belief sich naemlich auf:
Es geht um eine Kuh und eine Familie.
Nachdem ich dann in der Arbeit ohne Woerterbuch (denn das hatte ich vergessen) alle Fragen beantwortet hatte, naemlich:
1. Warum der Titel der Geschichte so heisst und nicht anders (ich habe noch nicht einmal den Titel so richtig verstanden)
2. Liste die Personen auf und benenne ihre Eigenschaften (ach, es gab mehr als eine Kuh und einen Erzaehler)
3. Finden sich alle Personen mit der Armut ab? (Es ging um Armut?!)
4. Welche Bedeutung hat die Kuh fuer die Familie?
Nachdem ich also alle Fragen beantwortet hatte und mein Blatt, nun nicht mehr weiss wie Schnee, auf dem Pult meiner Lehrerin lag, verliess ich gemeinsam mit zwei Klassenkameradinnen den Raum, die mir dann erklaerten, dass es in der Geschichte um das Problem der Prostitution wegen Armut ging...
Es kam aber auch eine Kuh vor!
Wie gerne hatte ich in diesem Moment einmal den Autor des Textes ohne Woerterbuch und DEutschkenntnisse Goethes "Faust" interpretieren lassen!
Aber mein Leben hier in Argentinien besteht nicht nur aus Schule und Blogeintraegen.
Letztes Wochenende habe ich auch einige Dinge erlebt und einen neuen Teil meiner argentinischehn Familie kennen gelernt, denn meine Tante feierte am 21. August ab 21:30 des Abends ihren Geburtstags.
Bevor wir an diesem Tag losfuhren, haben wir allerdings den von mir gebackenen Kuchen angeschnitten.
Die Sache mit dem Kuchenbacken ist hier allerdings etwas schwierig, denn fuer meinen Kuchen brauchte ich als "ungewoehnliche Zutaten" Backkakao und Backpulver, also Woerterbuch herausgesucht:
Backpulver gefunden und Bacckakao...
...nicht. Klar. Also beim Einkauf umschreiben:
Haben Sie Kakao zum Backen?
Was?
Kakao zum Backen?
Was ist das?
Na Kakaopulver, dass nicht in die Milch sondern in den Kuchen kommt.
Und wieso nimmst du kein normales Kakaopulver?
Weil ich Kuchen backen und nicht Milch trinken will.
Und was ist daran anders?
Na, Kuchen ist man und Milch trinkt man! Ne, der Unterschied ist, dass es intensiver und ungezuckter ist.
Ne, haben wir nicht.
Danke.
Kein Problem.
Doch fuer mich schon!
Letztendlich stand ich also mit Trinkkakaopulver (Was fuer ein Wort!) und Backpulver, das ausah und roch wie Trockenhefe und auf dessen Tuetchen "Natur" aufgedruckt stand in unserer Kuecje und backte einen improviesierten Blechkuchen.
Mixer an, teig fertig, Kuchen in den Ofen und Blasen werfen lassen...
Moment: Blasen werfen?! Das macht der Kuchen doch normalerweise nicht...
Egal, mit Puderzucker laesst sich alles kurieren.
Und letztendlich war es auch lecker, wie emien Gastfamilie und ich am 21. August um 7:04 fanden, denn wegen der fuenf Stunden Zeitverschiebung zwischen mir und meiner Heimat waere ich in Deutschland um diese Zeit geboren worden.
Nachdem der Kuchen angeschnitten, als lecker befunden und die Geschenke ausgepackt waren (Neue hausschuhe in Tatzenform, eine Schwimmbrille und eine Badekappe,welche im zum zweimal woechentlichen Schwimmen benoetige), fuhren wir also los in Richtung Geburtstag.
Ich persoenlich haette darauf gewettet, dass wir die letzten sind, denn wir kamen erst um Zehn Uhr des Abends am Zielort an, aber der Ort der Feier glich dem Australischen Outback.
Letztendlich kamen doch noch alle an.
An die argentinische "Puenktlichkeit" muss ich mich erst noch gewoehnen.
Den Geburtstag habe ich zwar schoen, aber meiner Meinung nach zu lang verbracht, auch wenn es mir gefallen hat, dass meine gesamte Familie vaeterlicherseits mir passend am 22. August 2010, dem Datum meines 16. Geburtstages gratulieren konnte.
Bis drei Uhr nachts blieben wir auf der Feier, obwohl ich schon drei tage vorher mit meinen Verwandten, Freunden und meiner Familie ausgemacht hatte, dass ich um 10:30 argentinischer Ortszeit bereit fuer Gespraeche per Skype am Computer warten wuerde.
Nach einer fuer mich sehr kurzen Nacht, denn wie gewoehnlich wachte ich auf Grund des Dackels um acht Uhr morgen gewaltsam auf. Jede freie Minute in diesem Haus verbringe ich mittlerweile damit, Mordmethoden fuer diesen Hund zu entwickeln.
Jagdtrophaee an der Wand, auf der Beerdigung nach einer Ueberdosis Schlaftabletten in Schokobonbons...
Fuer mich sind das Traumvorstellungen.
Aber ausgehalten habe ich es, denn nach ausfuehrlichen Gespraechen mit Familie und Freunden kamen meine ersten deutschen Freudne wie vereinbart um 12:00. Oh, du deutsche Puenktlichkeit!
Jedenfalls habe ich mit diesen einen sehr angenehmen Tag verbracht und zwischen den ersten Ankommenden und letzten Abfahrenden lagen Unmengen an Hamburger und Torte.
Am Tag meines Geburtstages war es, wie man auf den Bildern erkenne kann um die 28 Grad Celsius warm, so dass ich das in Buenos Aires gekaufte Kleid gleich zum ersten Mal vorfuehren konnte.
Die auf den Bildern zu sehende Torte mit Smarties (, die hier nicht Smarties heissen) wurde eigens von meiner Mutter mit viel Liebe (und viel Dulce de Leche) gebacken.
Nach diesen Tagen spuere ich schon fast,w ie die Naht meiner kleider einreisst.
Zumindest kommt es mir trotz des zweimal woechentlich stattfindenden Schwimmens so vor, als taeten sie.
Damit schliesse ich nun schon wieder anderthalb Stunden aelter mit diesem Eintrag und Wuensche euch eine schoene Zeit zum naechsten Blogeintrag,
Anja, 16 Jahre aus Argentinien
PS: Esst Kekse.

